06.06.2012

Unsere erste Ernte

Lange lange haben wir darauf gewartet, wir haben gegossen, guten Zuspruch erteilt, Netze gespannt und Erde aufgelockert…und dann war es so weit : wir konnten unseren ersten Salat ernten!

Die Ernte an sich ist ein schneller Prozess. Hacke in den Boden rammen, die Wurzeln mit einem sauberen Schnitt vom Salat trennen, den Salat stolz in den Händen halten und das Herz aufgehen lassen. Doch bis hierher war es für unser neu erworbenes Bauern-Dasein ein harter Weg.

Bevor wir die Ernte -fast sprituell – durchführen konnten wollte auch der Rest versorgt werden. Jene Furchen, die das Saatgut noch nicht preisgeben wollen müssen konsequent gegossen werden und fast genauso wichtig ist das Auflockern der Erde. Und das Unkraut jäten. Bei diesen Tätigkeiten stößt man schonmal an seine Grenzen. So wurden erstmalig die Tomaten beschimpft (“wieso seht ihr eigentlich so schlapp aus?”) und beim Unkrautjäten aus Versehen 4 (!!!) Radieschen fälschlicherweise aus Mutter Erdes gemütlichem Nest herausgerupft.Da geraten Großstadtbauern schon mal ein bisschen in Stress.
Aber nur ein bisschen.

Nachdem die Radieschen liebevoll aus den ca. 2 Kilo Unkraut herausgepickt waren und die Tomaten vertröstet und ermutigt waren, griffen wir zur Hacke und mit einem wohligen Gefühl wurde der größte Salatkopf abgeerntet. Beim Verlassen des Feldes trafen wir auf einen italienischen Nachbarn. In seinen Beeten strotzten neben unzähligem Unkraut 6 wunderschöne, starke Pflanzen. “Das sind Zucchini” stellten wir fachmännisch fest. “Nein, portugiesische Tomaten” wurden wir belehrt. Nach wenigen Minuten fachsimpelei verließen wir den Acker und unseren Nachbarn mit den Worten “Unsere Tomaten sehen leider ziemlich erbärmlich aus, die werden wohl nix..” Zum Glück waren wir weit genug weg, so haben sie es nicht gehört.

4 Kommentare

  1. silkesagt:
    6. Juni 2012 um 11:08

    gefällt mir, man merkt doch wie stark, der Einfluss deiner Waldorf-Vergangenheit ist.
    sozusagen “back to the (Waldi) roots”…
    Liebe Grüße
    silke

  2. salatfansagt:
    6. Juni 2012 um 11:20

    das bild ist der hammer!!!!!

  3. Liebstöckel Maggysagt:
    7. Juni 2012 um 08:06

    einen gärtnerischen Gruß von Potsdam nach Köln. Sehr schöne Seite – gefällt mir gut… Und wie ich sehe, kämpft ihr euch genauso `erfahren´ durch die Gartenarbeit wie ich :-) Wobei ich sagen muss…. Meine Tomaten können sich sehen lassen :-) leider finden das auch die Blattläuse, die sich nun auf den zarten Pflänzchen tummeln. Die Blattläuse sind nun schon der zweite Feind, den mein (noch) ungeübtes Auge ausmachen konnte. Den Kartoffelkäfer galt es zuerst den Gar auszumachen…
    Wenn ihr mal schauen wollt: http://blog.rbb-online.de/roller/antennegartenblog/

  4. Opasagt:
    10. Juni 2012 um 09:41

    Habe das Bild des Salates mal unseren geerbten Hasen gezeigt.
    Sie haben ne gute Stunde gesabbert :-)
    Viel Spaß noch mit dem Projekt, kann ja nicht schief gehen, eine von euch
    ist die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin eines Kunst- und Eigentumsgärtners (ca 1785) :-)

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